• Sabine Terhorst

Das Beste, das Du tun kannst, ist aufzuhören, enttäuscht von Dir zu sein


Kennst Du das Gefühl, enttäuscht von Dir zu sein? Dieses nagende und niederdrückende Gefühl, Deinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden? Ja, vielleicht sogar, regelrecht versagt zu haben? Und je nachdem stellt sich in dem Zusammenhang auch eine unbarmherzige Wut auf Dich ein… 😡


Warum ist das so?

Nun gut, dafür gibt es sicher einige Gründe. Aber zuallererst mal scheint es eine Kunst zu sein, das zu erkennen und überhaupt zu bemerken, in welcher Art und Weise wir gerade mit uns selbst sprechen. Und hierzu eine kleine Geschichte aus meinem Leben:


Unser Urlaub in Kroatien war sehr entspannend. Ich konnte mich wirklich gut erholen und ich hatte einen großen Abstand zu allem gewinnen können. Ich habe viele Entscheidungen getroffen und mich sogar ein bisschen dafür gefeiert. Und dann war auch dieser Urlaub einmal zu Ende und als wir zu Hause waren kam relativ schnell ein Gefühl des müde seins und der Lustlosigkeit auf. Ich nahm das wahr und verdrehte innerlich schon die Augen. Ouh Mann… wie lange sollte ich denn noch Urlaub machen? Dann wachte ich morgens auf und ich fühlte die bekannte Schwere aus Wochen und Tagen, die sehr arbeitsreich waren und bei denen mein System nach einer Pause verlangt. Ich fühlte mich den ganzen Tag niedergedrückt, traurig und sogar verzweifelt. Ich heulte mich bei Freunden aus, verfluchte die blöden Wechseljahre… also das volle Programm. Ich sagte meiner Freundin „ich versuche ja immer meinen Geist auf Dankbarkeit und Heilsames auszurichten, aber ich fühle es dann halt nicht“ und sie schimpfte ein bisschen mit mir und meinte „bei der Praxis geht es darum, die Dinge so zu sehen, wie sie sind und nicht immer alles heilsam haben zu wollen.“


NERV!!!!


Also habe ich mir nachmittags 10 Minuten Zeit genommen, um mich auf die Couch zu legen und die Decke anzustarren, um herauszufinden, wie die Dinge denn sind. 10 Minuten um zu prüfen, wie es mir tatsächlich geht. Und da nahm ich sie plötzlich wahr, diese Gedanken, die mich schon den ganzen Tag begleitet hatten: „Jetzt hast Du Dir eine so lange Auszeit genommen und bist immer noch nicht zufrieden.“ – „Was bist Du überhaupt für eine Lehrerin und Therapeutin, wenn Du das nicht hinbekommst?“ – Wie soll das denn werden, wenn das gar nicht mehr aufhört.“ – „Wieso kannst Du Dich denn nicht mal zusammenreißen?“


Und ich dachte so: wow, ich bin wirklich richtig enttäuscht und unbarmherzig. Ich MUSS funktionieren und ich habe hohe Ansprüche an mich selbst. Mir wurde bewusst, dass wenn ich all diese Gedanken weg nehme – also „nicht mehr daraus mache“, dass dann einfach eine Trägheit und Müdigkeit zurückbleibt und zwar an einem Urlaubstag, an dem ich nicht zu tun hatte. An einem Tag, an dem niemand irgendwelche Anforderungen an mich stellte. Naja… außer ich eben.


Für mich war das ein WOW-Erlebnis. Denn ich war mir all dieser bewertenden Gedanken wirklich nicht bewusst. Ich dachte, es sei halt das Gefühl, dass da ist. Die Gedanken waren im Automodus. 🤔


Kennst Du das? Dieses Gefühl, total enttäuscht von Dir zu sein? Und die damit verbundene Anforderung immer funktionieren zu müssen und nicht schwach sein zu dürfen. Tut Dir das gut?


Klar, es macht uns natürlich „besser“, treibt uns an, lässt uns vielleicht sogar großartiges vollbringen. Aber ich bin überzeugt, dass das auch geht, wenn wir versuchen uns mehr mit Mitgefühl und Liebe zu begegnen. Und dazu lade ich Dich diese Woche ein: probiere es mal aus. Leg Dich mal 10 Minuten auf die Couch, starre die Decke an und schau mal, ob Du es einfach so sehen kannst, wie es ist, ohne mehr daraus zu machen. 🤗❤️



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