• Sabine Terhorst

Yogameditation - Beruhigung des Geistes über die Arbeit mit dem Körper (Ausbildung bei Anna Trökes)


Yogameditation... Die Personen, die sich schon mit Yoga beschäftigt haben, denken vielleicht, dass das ja an sich eine Doppelung ist. Denn der Yoga ist eben ein Weg, der über die Meditation zu einem ruhigen und verbundenen Geist führt. Meiner Erfahrung nach kennen viele Menschen diesen Zusammenhang aber noch nicht. Für sie ist Yoga eine Art entspannende Körperarbeit, die sich von Gymnastik eben darin unterscheidet, dass man mehr auf den Atem und die Gedanken achtet. Und auch hier gibt es keinen Widerspruch. Yoga ist eben das, was Du daraus machst und damit gibt es keine einheitliche Definition im Tun. Yoga als Begriff jedoch ist klar definiert: es bedeutet anjochen oder vereinfach: verbinden. Also egal welche Technik Du wählst, Du verbindest Dich. Nur mit was?


Ich durfte im August eine Woche eine Meditationsleiter-Ausbildung bei Anna Trökes genießen. Bisher hatte ich mich vor allem mit den buddhistischen Formen der Meditation beschäftigt und war sehr neugierig auf die Meditationsform im "Yoga", für die Anna Trökes eben diese Ausbildung zusammengestellt hatte. Natürlich gibt es auch hier nicht die EINE Meditation, aber doch wirklich wichtiges und interessantes zu der Frage, wie man den Körper idealerweise auf die Meditation vorbereitet. Denn in ihm wohne ich nunmal während ich meditiere und ich kenne die vielen kleinen Zipperlein, die er so aufruft, wenn ich länger sitze. Ob es nun der Rücken ist, der beginnt zu schmerzen, oder meine Knie oder ob mein Bein einschläft - ständig scheint mein Körper mich zu boykottieren. Meinen geist auf ein Konzentrationsobjekt zu richten, während meine Schulter laut "Schmerz" schreit, ist natürlich ungleich schwieriger.


Daher war ein wesentlicher Anteil dieses Seminares, den Körper mit sanften und meditativen Dehn- und Kraftübungen vorzubereiten. So saßen wir anfangs da und spürten den Körper bevor wir mit den Übungen begonnen hatten. Dann folgten sanfte Bewegungen im Bereich des unteren Rückens und im Schulterbereich. Dann wieder sitzen... und siehe da: es fühlte sich leichter an. Nach zwei, drei dieser Runden blieben wir dann sitzen, um uns dem Meditationsobjekt zuzuwenden. Der Körper war immer noch mein Raum, den ich in dieser Zeit bewohnte, aber er war stabil aufgerichtet ohne dass es mühsam wirkte. Aus dieser Stabilität heraus konnte ich mich nun öffnen und meditieren. Eine wirklich hervorragende Kombination, um meinen Geist zu beruhigen.


Natürlich haben wir uns auch den Meditationsformen gewidmet. Yoga beschreibt den Weg zur Befreiung. Es war aber sehr entlastend von einer so erfahrenen Lehrerin zu hören, dass diese Befreiung im ursprünglichen Sinne heute fast nicht mehr erreichbar ist. Dass wir Momente der Stille erzeugen können. Dass wir dem Geist helfen, sich zu reinigen. UND dass es vollkommen normal ist, dass dabei die Gedanken einfach nicht aufhören. Untermalt mit Informationen der modernen Wissenschaft lernte ich so, viel gnädiger mit mir uns meinem Geist zu sein.


Wundervoll fand ich eine Aussage von Anna, in der sie uns verschiedene Themen und Konzentrationsobjekte des Yoga aufgezeigt hatte. Sie sprach davon, dass eine wissenschaftliche Forschung aufgezeigt hatte, dass wir uns 80-90% unseres Tages mit problembehafteten Gedanken beschäftigen. Unser Geist sei in Bezug auf negative Gedanken wie ein Klettsystem, bei dem die negativen Gedanken sich anhanften und kaum lösen lassen. Angenehme Gedanken perlen dagegen wie Wasser an einer Teflonpfanne ab. Wenn wir meditieren widmen wir uns häufig positiven Themen wie Vertrauen, liebende Güte, Dankbarkeit und Lichterfahrungen. Wir reservieren uns also eine Zeit des Tages, um uns ganz bewusst mit heilsamen Gedanken und angenehmen Bildern zu beschäftigen. Dies trainiert unseren Geist, aus den 80-90% vielleicht nur noch 70-80% Problemorientierung zu machen. Das ist doch das schönste Geschenk, das wir uns selbst machen können, oder?


Mein Fazit:

Yoga als Philosophie und als Übungsweg bleiben für mich ein wunderbarer Schatz an Wissen. Asanas = Körperübungen dienen uns. Es ist wichtig, die Energie in Bewegung zu bringen. Dies steigert unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. Und in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist, mit dem wir besser Kontakt aufnehmen und den wir besser lenken können. Um also mit dem Meditieren zu beginnen, ist Yoga als Übungs- und Vorbereitungsweg sicher eine gute Unterstützung. Und dies möchte ich auch für mich stärker umsetzen und auch weitergeben.


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